Psalm 113 Eine Tagesreise durch das Leben

Eingangsworte

Vom Aufstrahlen der Sonne bis zu ihrem Untergang – der Name Adonaj sei umjubelt.
Psalm 113, 3

Einführung

Mit diesem Vers aus Psalm 113 möchten wir uns auf eine besondere Reise begeben. Eine Reise durch den Tag – und zugleich durch das Leben.Wir beginnen am Morgen des Lebens, dort, wo alles vor uns liegt, wo Hoffnung und Möglichkeiten erwachen wie das Licht eines neuen Tages. Wir gehen weiter durch die helle Mittagszeit, durch Jahre des Handelns und Gestaltens. Wir werden den Abend erreichen, die Zeit der Ernte, der Ruhe und des Dankes. Gemeinsam werden wir am Abend das Abendmahl feiern. Und schließlich kommt die Nacht, in der wir uns der Hoffnung auf einen neuen Morgen anvertrauen.

Am Morgen des Lebens

Wenn die erste Sonnenstrahlen mich morgens wecken, dann liegt ein neuer Tag vor mir. Ein Meer voller Zeit, Möglichkeiten und Chancen. Ich brauche nur aufzustehen und sie in die Hand zu nehmen. Heute ist zum Greifen nah. Ein Geschenk. Dass ich da bin. Heute. Dass ich da sein darf. Wenn der Schlaf der Bruder des Todes ist, so wie die griechische Mythologie sagt, dann ist das Erwachen die Schwester der Auferstehung, so könnte man weiterdenken.

Nun ist der Anfang eines neuen Tages nicht für jeden eine Quelle des Glückes. Wenn wir uns Sorgen machen, dann kann der Schlaf eine heilsame Unterbrechung sein. Und dann werden mit dem Morgenlicht die Sorgen neu geboren. Oder eine große Traurigkeit, die nach der Nacht nicht aufhört. Manchmal scheint der neue Tag einzig und allein eine Fortsetzung der Vergangenheit zu werden.

Wenn es keine Perspektive gibt. Keine Hoffnung. Vom Aufstrahlen der Sonne … Wie sehr zeigen sich die Ukraine und der Nahe Osten als eine hoffnungslose Fortsetzung der Gewalt und des Krieges. Der Hunger, mit dem auch heute die Kinder in Sudan wach werden. Nicht jeder neue Tag scheint Verheißung in sich zu tragen. Weil Schuld von gestern liegen geblieben ist. Nicht jeder Tag wird als Geschenk erfahren. Für sie, die an einer Depression leiden, ist gerade auch das Aufstehen eine große Qual. Nicht jeder neue Tag scheint der neue Anfang des Lebens zu sein.

Und doch. Ist nicht jeder Sonnenstrahl, wie klein und zaghaft auch, Symbol dafür, dass das Licht stärker ist als die Finsternis? Erzählt nicht jeder Sonnenstrahl, dass es neue Chancen gibt? Geht nicht jeder Tag doch irgendwie schwanger mit Hoffnung? Und wird nicht mit jedem neuen Tag etwas von Hoffnung geboren? Es verschwinden mit dem ersten Morgenlicht die letzten Fetzen Finsternis. Die Spuren der Nacht werden ausgewischt. Ausgeruht werde ich wach. Ein neuer Tag liegt wie ein Geschenk vor mir. Ich darf es auspacken. Ich darf da sein. Unglaublich. Es scheint selbstverständlich zu sein. Dass die Sonne jeden Tag neu über uns aufgeht. Dass wir jeden Tag neu wach werden. Aber viel mehr als selbstverständlich ist das. Wie ein Wunder.

Und damit Grund zum Staunen. Zur Verwunderung. Verwunderung. Das ist das Gegenteil der alltäglichen Selbstverständlichkeiten und der Routine. Verwunderung. Sie lässt Dich atemlos innehalten. Bei dem Beginn eines neuen Tages.

Es ist Frühling. Du stehst am Anfang. Am Morgen Deines Lebens. Und auch wenn Du vielleicht schon in die Jahre gekommen bist, vor Dir liegt heute ein neuer Tag. Ein neuer Beginn. Verwunderung. Atemlos innehalten bei einem neuen Tag. Bei Deinem Leben. Bei der ganzen Schöpfung. Bei dem Anfang von Raum und Zeit, Energie und Materie. Bei dem gigantischen Kosmos. Dem Universum, der Evolution des Lebens. Innehalten bei der Poesie in der Schöpfungsgeschichte:

Und Gott sah, dass es gut war, sehr gut. Innehalten bei dem Lob des Psalms 8: Adonaj, du herrschst über uns alle. Wie machtvoll ist dein Name auf der ganzen Erde.

Wie selbstverständlich entsteht das Lob.
Nicht als fromme Formel oder langweiliger Spruch, einfach so hingesagt. Vielmehr ist das Lob.
Es entspringt der tiefen Freude am Leben, das sich mir jeden Tag neu präsentiert
… Der Name Adonaj sei umjubelt!

Die Sonne im Zenit

Wenn alles gut ist, gehen Staunen und Lob in Taten über. Dazu lädt der Mittag des Lebens ein. Wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht, strahlt der Tag in voller Kraft. Wir stehen mitten im Licht und fühlen uns durchströmt von Energie. Es ist der Sommer unseres Lebens. Die Zeit des Handelns. Und wenn es gut ist, werden daraus Taten des Lichtes. Denn das Licht dieses Tages ist nicht nur für uns selbst bestimmt. Es will auch über andere scheinen — besonders über jene, die auf der Schattenseite des Lebens stehen.

Diese Taten des Lichtes sind eine andere Form des Lobes. Gott loben heißt: seinen Namen groß machen. Den Namen dessen, der sagt: „Ich bin da“ und „Ich werde da sein“.

Wer diesen Namen groß macht, ist selbst für andere da. Darin liegt das tiefste Lob Gottes: füreinander da zu sein. Andere wahrzunehmen. Und mehr noch. Wahre Größe zeigt sich im Beugen. Darin, dass wir uns bücken, um andere aufzurichten. Adonaj, so heißt es in Psalm 113, thront in der Höhe – und sieht doch auf die Menschen in der Tiefe. Er richtet die Geringen aus dem Staub auf und hebt die Armen aus dem Elend. Er schenkt Würde und neues Leben. Wo Menschen einander aufrichten, da klingt das Lob Gottes.
Und wo diese Lob klingt, da fällt Licht in diese Welt. Jede Umarmung, jedes offene Ohr lässt das göttliche Licht leuchten. In schweren Zeiten tragen diese Momente. Kleine Gesten werden zu Wegweisern. Ganz gleich wo: im Beruf, im Ehrenamt, in der Familie oder auf der Straße. Menschen werden zu Lichtträgern. Sie schieben die Wolken beiseite. Wenn wir so leben, singen wir den alten Psalm 113 auf ganz neue Weise.

Vom Aufstrahlen der Sonne bis zu ihrem Untergang – der Name Adonaj sei umjubelt.

Wir fluten den Raum mit Licht. Wir gehen füreinander auf wie die Sonne. Wir werden zum Licht der Welt.

Der siebte Tag

Am Ende des Tages verliert die Sonne langsam an Kraft. Sie neigt sich dem Westen entgegen und die Dämmerung beginnt. Vielleicht sind auch wir müde geworden. Es ist Zeit, zur Ruhe zu kommen. Am Abend eines langen Tages darf wir das. Im Herbst unseres Lebens. Aber auch mitten in der Geschäftigkeit unseres Alltags. Ruhe ist unentbehrlich. Gott selbst ruhte am siebten Tag. Der siebte Tag. Wir dürfen Verantwortung aus den Händen legen. Für Menschen, die Tag für Tag viel zu tragen haben, kann das eine große Wohltat sein. Freie Tage und Zeiten der Erholung sind wichtig. Gott ruhte am siebten Tag. Im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth nennt Paulus unseren Körper einen Tempel des Heiligen Geistes. Wenn wir gut mit uns selbst umgehen, wenn wir Ruhe zulassen und unserer Seele Raum geben, dann ist auch das ein Gottesdienst.

Und doch fällt das Loslassen nicht immer leicht. Besonders dann nicht, wenn wir älter werden und Verantwortung an Jüngere weitergeben müssen. Wenn Kräfte nachlassen oder Krankheit und Grenzen spürbar werden. Es schmerzt, wenn man merkt, nicht mehr dieselbe Rolle spielen zu können wie früher. Und dennoch können Menschen im Herbst ihres Lebens ein Segen sein. Mit ihrer Erfahrung, ihrer Weisheit und ihrer Geschichte schenken sie der Welt etwas Kostbares. Der Herbst trägt die Farben einer reichen Ernte. Vielleicht gibt es Grund, dankbar auf das Leben zurückzuschauen.

„… bis zu ihrem Untergang sei gelobt der Name des Herrn.“

Wenn die Sonne im Westen untergeht, dürfen wir zur Ruhe kommen. Im Alltag unseres Lebens und in den Jahren des Älterwerdens.

Auch das gehört zum Lob Gottes: dass wir zur Ruhe finden und wieder bei uns selbst ankommen. Und während an einem Ort die Sonne untergeht, beginnt anderswo bereits ein neuer Morgen. So verstummt das Lob niemals. Es wandert weiter um die Erde — von einem Menschen zum anderen, von einer Zeit zur nächsten.

Doch für uns ist jetzt Abend. Die Arbeit des Tages liegt hinter uns. Die Wege führen nach Hause. Es ist die Stunde, in der Menschen seit alters her zusammenkommen, um das Brot zu teilen. Um von ihrem Tag zu erzählen. Um Gemeinschaft zu erfahren. Auch wir sind nun eingeladen, Platz zu nehmen. Nicht an unserem eigenen Tisch, sondern an dem Tisch, den Christus bereitet. Hier dürfen wir loslassen, was wir getragen haben. Wir müssen nichts leisten und nichts beweisen. Wir kommen mit leeren Händen und empfangen Brot und Wein.

Der Traum eines neuen Morgens

Wenn die Erde in Dunkelheit gehüllt ist, schließen wir unsere Augen. Wenn es gut ist, schlafen wir.
Der Schlaf ist heilsam. Wir finden tiefe Ruhe. Verletzlich strecken wir uns aus.
Der Schlaf – nach der griechischen Mythologie ist er der Bruder des Todes. Symbol des Winters.
Symbol auch der Finsternis, die unsere Welt und manchmal auch unser eigenes Leben umhüllt.
In unserem Schlaf träumen wir. Erinnerungen, Bilder, Gestalten und Gesichter begleiten uns.
Wir träumen von dem, was gewesen ist. Aber wir dürfen auch von einem neuen Morgen träumen.

Psalm 113 begrenzt das Lob Gottes nicht auf einen einzigen Tag und nicht auf ein einziges Menschenleben.
„Der Name Adonaj sei gesegnet von nun an für immer.“
Das ist die weite Sprache der Hoffnung. Die Verheißung, dass nach jeder finsteren Nacht ein neuer Tag anbrechen wird. So dürfen wir uns ausstrecken – verletzlich vielleicht, aber voller Vertrauen einem neuen Morgen entgegen.
Und unsere Träume dürfen größer werden. Sie dürfen zu Visionen werden. Zu Bildern einer neuen Welt, in der Gottes Frieden wohnt. Zu der Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit und Leben ihren Platz finden. Vielleicht erklingt gerade in unseren tiefsten Träumen das größte Lob. Dort, wo wir darauf vertrauen, dass Gott einen neuen Morgen schaffen wird. Dort, wo wir hoffen, dass sein Reich aufrichtet, was zerbrochen ist, und seine Liebe die Welt verwandelt.

So wird gerade auch die Nacht zum Raum der Hoffnung. Sie träumt bereits von Gottes neuem Morgen. Denn keine Nacht kann verhindern, dass ein neuer Tag anbricht. Und keine Nacht kann den neuen Morgen aufhalten. Denn Gott lässt seine neue Welt schon dämmern …

Am Sonntag, den 12. Juli 2026 in Martha, Rens Dijkman-Kuhn

Namenspatronin Martha

von Els van Vemde


Kirchenfenster über dem Haupteingang „dienende Martha“

Es ist in der protestantischen Tradition schon etwas ungewöhnlich, wenn eine Kirche einen weiblichen Namen trägt.
Unsere Gemeinde heißt: Martha!

Und damit nicht genug: Wer unseren Hof betritt und auf die rot-backsteinerne Kirche zugeht, wird von schönen Reliefs begrüßt, deren Hauptfiguren Frauen sind: die zehn Jungfrauen, die Witwe von Sarepta oder die Frau, die ihren zehnten Drachmen sucht.

Und innen drin gibt es an diesem Punkt noch eine Steigerung: acht bunte Kirchenfenster zeigen acht biblische Frauen, vier aus dem ersten Testament und vier aus der Zeit danach.
Prophetische Frauen, wie Hannah. Starke Frauen, wie Lydia. Unbekannte Frauen, wie Lois.

Rundum befinden sich auch hier viele Reliefs, auf denen das Leben Jesu abgebildet wird.
Und man kann es sofort erkennen: Jesus wurde in seinem Leben von vielen Frauen begleitet.
Hier in der Martha-Kirche wurden diese Frauen sichtbar gemacht.

Man würde vielleicht denken: es war wohl eine bewusste Entscheidung, dass hier vor 35 Jahren eine emanzipatorische kirchliche Frauenarbeit gegründet wurde. Nun es war eher Zufall (aber washeißt das schon?).
Das Projekt heißt heute: „Mira Martha“ und da steckt das Wort „Wunder“ drin. So oder so, es ist unverkennbar, dass eine solche Frauenarbeit kaum einen besseren Ort hätte finden können.

Wie kam unsere Kirche zu ihrem Namen?

Im Rahmen ihrer Broschüre „Aus dem Leben einer Kreuzberger Gemeinde“ (erschienen im Herbst 1984) hat die Journalistin Karin Weingart nach den Hintergründen der Namensgebung geforscht.

Was sie unter der Überschrift „Den Frauen ein Denkmal – Martha: Dienen oder bekennen?“ schrieb, soll an dieser Stelle in einer längeren Passage zitiert werden:

„In unserer Gemeinde liegt die Suche nach den Spuren der Frauen besonders nahe. Schließlich trägt unsere Kirche den Namen einer Frau, einer guten Freundin von Jesus zumal. Damit nicht genug. Auch die künstlerische Ausgestaltung der Kirche ist den Frauen gewidmet. In der Festschrift zur Einweihung (1904) heißt es ausdrücklich: „Der leitende Gedanke, welcher dem künstlerischen Schmuck in den Reliefs über den Portalen wie im Innern der Kirche und den Kirchenfenstern zugrunde liegt, ist die Verherrlichung der Frauen der Bibel und Kirchengeschichte.
Der Name der Kirche, welcher von der arbeitsamen Freundin Jesu aus Bethanien hergenommen ist, gab dazu die Veranlassung, den Frauen der heiligen Schrift in dieser ‚Marthakirche’ ein Denkmal zu stiften.


Erster Teil der Kirchenfenster: Frauen aus dem ersten Testament: Eva, Mirjam, Ruth und Hannah

Ein Auftrag, den ich zu Beginn dieser Arbeit [Anmerkung: gemeint ist die Broschüre der Journalistin Karin Weingart] mit auf den Weg bekommen habe, war der, herauszufinden, wie es zu dieser Namensgebung kam.

Um es gleich zu sagen: Es ist nicht gelungen. Anhand der Dokumente ist nur soviel eindeutig zu klären: Der Gemeindekirchenrat unserer Muttergemeinde Emmaus schlug den Namen Martha vor, die Kaiserin [Anmerkung: gemeint ist Kaiserin Auguste Viktoria (1858-1921), die den Bau dieser Kirche, wie den vieler Berliner Kirchen in den damaligen Arbeiter_innenvierteln anregte] hatte nichts dagegen einzuwenden. So bleiben wir also auf Vermutungen angewiesen.

Zunächst gibt es Stimmen, die meinen, eine der Personen, die den Bau unserer Kirche mit größeren Geld- und Sachspenden unterstützten, habe den Vornamen Martha getragen. Ein Denkmal dem Mammon?

Möglich ist auch eine zweite Interpretation, die ebenso wenig bewiesen werden kann: Die erste Gattin des ersten Pfarrers Betenstedt, der in den Anfängen der Gemeinde eine so wichtige Rolle spielte, hieß Martha. Sie verstarb zu einem Zeitpunkt, als die neue Gemeinde noch keinen eigenen Namen besaß. Ein Denkmal für die Pfarrersfrau? Eine Interpretation, die mir persönlich sehr zusagen würde.

Eine dritte Vermutung schließlich nimmt auf theologische und kirchengeschichtliche Fragen Bezug:
In der gängigen Interpretation wurde die schillernde Figur der biblischen Martha allzu eindeutig interpretiert: als Symbol dienender Liebe und Demut (vergl. Lukas 10, 38-42). In den ersten Kapiteln dieses Heftes [Anmerkung: gemeint ist wieder die Broschüre der Journalistin Karin Weingart] haben wir in groben Zügen nach verfolgt, dass es der Kirche in der Zeit um die Jahrhundertwende nicht zuletzt darum ging, die Menschen in einer gegenüber Staat, Kirche und Familienoberhaupt demütigen Haltung zu belassen. „Dienen“ lautete ja auch die Parole der Grundsteinlegung unserer Kirche. Was also hätte dann näher gelegen, als gerade in einem Arbeiterbezirk eine biblische Frauengestalt zur Namenspatronin zu wählen, die dienende Liebe, Demut also, verkörpert. Auszuschließen ist auch diese Interpretation nicht, wiewohl sie letzten Endes ebenso wenig nachweisbar ist wie die beiden anderen. Ein Denkmal der Unterwerfung?

Wenn wir uns die Martha-Darstellungen durch Lukas und Johannes (11, 20-27) anschauen, so fällt auf, dass die Akzente in den Berichten unterschiedlich gesetzt sind. Bei Lukas steht das Dienen der Frau im Mittelpunkt, bei Johannes die glaubensstarke Bekennerin.

Welche ist nun gemeint, wie sahen die Begründer der Gemeinde ‚ihre’ Martha? In der Festschrift zur Einweihung der Kirche klingt noch beides an: die dienende aus dem Lukas-Evangelium und die bekennende, also selbstbewusste, kompromisslos für ihren Glauben, ihre Überzeugungen eintretende Frau.

Im Streit um den Charakter der Martha ergreift schließlich Pfarrer Betenstedt für die tapfere Frau Partei: Er stärkt Johannes gegen Lukas den Rücken. Im Jahre 1905 nämlich beantragte Betenstedt ein ästhetisch ansprechendes und zugleich religiös aussagekräftiges Kirchensiegel. Aufschlussreichsind seine näheren Ausführungen. In einem Brief an das Kabinett der Kaiserin schreibt er mit Hinweis auf den Johannestext: „…Jedenfalls würde das Siegel der Marthakirche dann diejenige Begebenheit aus dem Leben der Martha zur Gestaltung bringen, in welcher sie im Unterschied von Luc.10, V.38-42 auf der vollen Höhe des christlichen Standpunktes erscheint, und welche darum zur Wiedergabe besonders geeignet sein dürfte.“

Leider dachte die Kaiserin nicht daran, der Gemeinde das gewünschte Kirchensiegel zu spendieren.“

Zu diesen Schlüssen kam die Journalistin Karin Weingart bei ihren Nachforschungen zur Namensbebung von Martha. Bis heute existiert auf dem offiziellen Siegel der Gemeinde das Bild der dienenden Martha (siehe Kirchenfenster oben).

Martha, die Drachenzähmerin

Nach einer langen Ära von männlichen Pfarrern wurde Ende der 70-er Jahre, zum ersten Mal eine Pfarrerin (Erika Fechner) in die Gemeinde eingeführt. Es war gerade die Zeit, im Anschluss an die politischen 68-er Jahre, in der Frauen um ihre Rechte kämpften und die Frauenemanzipation auf den Weg brachten. In den Räumen der Martha Gemeinde trafen sich in der Walpurgisnacht hunderte Frauen aus der autonomen Frauenbewegung. Die neue Pfarrerin war Teil dieser Bewegung und wollte auch neue Akzente setzen. Das Frauencafé wurde gegründet (ein Raum nur für Frauen!) und Frau Fechner schaute auch mit einem feministischen Blick auf die Martha Figur. Das bestehende Logo mit Martha als Dienerin gefiel ihr nicht und bei ihrer Suche nach anderen Bildern, stieß sie auf eine frühchristliche Legende. Darin wird erzählt wie Martha, zusammen mit ihren Geschwistern Maria und Lazarus, nach Südfrankreich verschlagen wurde. Dort besiegte sie im Rhonetal mit Kreuz und Weihwasser den furchtbaren Drachen Tarascus, den sie an ihrem Gürtelband mit sich führte,. Dass Frauen – und natürlich auch Männer – „das Böse“ (oder das Negative in ihrem Leben) nicht gewaltsam bekämpfen, sondern besser integrieren sollen, war eine weise psychologische Erkenntnis. Von da an wurde ein neues Logo für die Gemeinde gefunden:


Das Logo der Gemeinde: Martha, die Drachenbändigerin

(Dass das Volk in der Legende anschließend doch auf die Tötung des Biestes bestand, wurde hier allerdings nicht erzählt.)

Die Drachenzähmerin ist bis heute ein wichtiges Symbol. Es krönt Briefkopf und Gemeindeheft, auch wenn inzwischen ein neues Symbol dazu gekommen ist: eine anmutige Engelfigur, die einmal verschütt gegangen ist und jetzt wieder auf dem Altar steht. Sie wurde restauriert, aber ihr fehlt nach wie vor ein Arm. Sie vermittelt Schönheit und Verletzlichkeit. Dabei ist ihr Anblick nicht nur anrührend, sondern auch inspirierend. Sie symbolisiert eine Geistkraft, die beflügelt!


Altar mit dem Engel der Martha-Gemende

Die offene Jugendarbeit der Gemeinde, in der das Thema Gewalt immer wieder thematisiert wird, hat an der starken Drachenbändigerin Martha ihren eigenen Gefallen gefunden und sie auf ihre Weise verewigt!


Wandmalerei der Offenen Jugendarbeit

Auf Entdeckungsreise im Glauben – die nächsten Schritte unserer Konfis

Im Konfirmandenunterricht liegen spannende und besondere Wochen vor uns! Mit viel Neugier, Gemeinschaft und Entdeckerlust machen sich die Konfis auf den Weg – zwischen Film, Glaubensfragen, Begegnungen mit anderen Religionen und gemeinsamen Erlebnissen. Ein kleiner Einblick in das, was kommt:

Film & Bibel entdecken
Am Mittwoch, 11. Februar, schauen wir im Konfi eine Folge aus der Serie The Chosen. Zur Vorbereitung lesen die Konfis zuhause zwei Bibeltexte (Lk 10,25–37 und Lk 15,1–7), damit sie die Geschichte und ihre Perspektiven gut einordnen können.

Kirchenübernachtung
Von Freitag, 20. Februar, auf Samstag, 21. Februar übernachten wir gemeinsam in der Kirche. Start ist um 18:00 Uhr mit Kochen, Pizza und anschließend dem Film Sister Act. Spiele, Austausch und ein gemeinsames Frühstück am Samstagmorgen gehören natürlich dazu. Alle Infos zu Mitbring-Sachen erhalten die Konfis rechtzeitig.

Synagogenbesuch
Am Sonntag, 22. Februar, besuchen wir das Centrum Judaicum. Eine 90-minütige Führung gibt Einblicke in jüdisches Leben und Glauben. Der Besuch wird im Konfi vorbereitet und von der Gemeinde finanziert.

Moscheebesuch
Am Mittwoch, 4. März, gehen wir während der regulären Konfi-Zeit gemeinsam in eine Moschee. Auch hier bereiten wir uns inhaltlich vor, um respektvoll fragen und verstehen zu können.

Gottesdienst mitgestalten
Die Konfis bringen sich aktiv in den Gottesdienst am Sonntag, 15. März, ein – mit Gebeten, Lesungen und eigenen Beiträgen.

Konfi-Reise nach Hamburg
Vom 17.–19. April fahren wir nach Hamburg. Begegnungen, Gemeinschaft und ein buntes Programm warten – die Hamburger Konfis freuen sich schon auf uns!

Bonhoeffer-Haus
Am 22. April besuchen wir das Bonhoeffer-Haus. Nach einer inhaltlichen Vorbereitung im Konfi gibt es dort Raum für Fragen und Gespräche.

Konfirmation
Alles Wichtige zur Konfirmation am 24. Mai wird Schritt für Schritt mit den Konfis besprochen. Ein Elternabend dazu folgt.

Wir freuen uns sehr auf diese vielfältigen Erfahrungen mit Ihren Kindern – auf gemeinsames Lernen, Staunen und Wachsen im Glauben.

Herzliche Grüße
Rens Dijkman-Kuhn

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Predigt zur Jahreslosung 2026

Gott schlägt ein neues Kapitel auf …

Jedes Buch hat ein Ende. Auch die Bibel. Das letzte Buch der Bibel ist das Buch Offenbarung. Und dieses letzte buch der Bibel erzählt auch von einem Ende. Vom Ende einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. In starken, prophetischen Bildern erzählt die Offenbarung des Johannes vom Ende der Gewalt, vom Zusammenbruch einer ungerechten Macht, vom Ende dessen, was Menschen erniedrigt und klein macht.

Johannes spricht im letzten Buch der Bibel vom Ende einer pervertierten Welt. Wie sehr muss diese Botschaft die Menschen getröstet und ermutigt haben, die Johannes adressiert hat. Er richtet seine Worte an sieben Gemeinden, die am Ende ihres Lateins sind. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn sie leben im Römischen Reich und werden verfolgt. Ihr Glaube macht sie verwundbar. Und wie sehr sehnen sie sich nach einem Ende der Verfolgung.

Die Offenbarung erzählt vom Ende. So wie das iranische Volk so sehnsüchtig auf das Ende des brutalen und menschenverachtenden Regimes hofft. Auf das Ende einer Diktatur, die über Leichen geht. Wie groß ist die Hoffnung auf ein Ende dieses Leidens. So wie die Menschen in den Kriegsgebieten dieser Welt so sehr auf ein Ende der Gewalt hoffen. Und so wie auch wir in unserem persönlichen Leben die Hoffnung auf ein Ende kennen. Auf das Ende unserer Sorgen, einer Krankheit oder eines Konfliktes.

Das Buch Offenbarung erzählt vom Ende einer aus den Fugen geratenen Welt. Aber mehr noch. Denngenau hier, am Ende, geschieht Überraschendes. Das Ende des letzten Buches der Bibel ist zugleichNeubeginn. Wo die Bibel endet, wo die letzten Zeilen geschrieben stehen, dort schlägt Gott ein neues Kapitel auf. Wo ein Punkt gesetzt wird, da setzt Gott einen Doppelpunkt. Denn Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21, 5)

Nach dem Ende geschieht etwas Entscheidendes: Gott spricht. Das ist mehr als nur eine formelle Einleitung. Das ist ein Versprechen. Denn immer, wenn Gott in der Bibel spricht, bleibt die Welt nicht, wie sie ist. Gottes Wort beschreibt nicht nur Wirklichkeit – es schafft Wirklichkeit. So erzählt es schon der Anfang der Bibel. Als alles noch ungeordnet war, als Chaos herrschte, greift Gott nicht einfach ein. Es heißt: Gott sprach. Und aus diesem Sprechen entstehen Ordnung, Licht, Leben und Zukunft. An diese Erfahrung knüpft die Bibel immer wieder an. Immer dann, wenn Menschen nicht weiterwissen. Immer dann, wenn Worte fehlen. Und so ist es kein Zufall, dass Gott auch am Ende der Bibel wieder spricht.

FormularendeUnd dieses Wort, das Gott spricht, ist kein fernes Versprechen. Kein Trost für irgendwann. Es ist ein Wort, das mitten in unsere Gegenwart hineingesprochen wird. „Siehe, ich mache alles neu.“ Nicht: Ich werde alles neumachen. Nicht: Irgendwann wird einmal alles anders sein. Sondern: Ich mache. Jetzt. Gottes Verheißung steht im Präsens. Das Neue ist keine Vertröstung auf später, sondern ein jetziges Geschehen. Das Neue Gottes fängt heute an.

Darum steht da dieses kleine, aber so entscheidende Wort: „Siehe!“ Schau hin. Öffne die Augen. Denn das Neue ist schon da. Es kommt nicht unbedingt spektakulär. Oft ist es unscheinbar. Zerbrechlich. Fast zu übersehen. Wie eine Frühlingsblume, die nach einem langen Winter keimt und sich entfaltet. So müssen wir lernen, das Neue wahrzunehmen. Darum dieser Ruf: Siehe! Damit wir nicht achtlos vorbeigehen an dem, was Gott längst begonnen hat.

Gott macht neu. Aber sie macht das nicht im Alleingang. Gott verwirft nicht alles, was war. Das Gute, was von Menschenhand geschaffen ist, greift Gott auf und baut darauf weiter. In der ersten Schöpfung beginnt alles mit einem Garten, den Gott allein schafft – in der neuen Schöpfung endet alles mit einer Stadt, in der sichtbar wird, dass Gott das Neue gemeinsam mit den Menschen gestaltet.

Und dann denke ich heute an all die mutigen Menschen in Iran, die inmitten der Bedrohung ihre Stimme erheben. An all die Menschen, sie sich auf unterschiedliche Weise für den Frieden in der Welt einsetzen. Und an jeden einzelnen Menschen, der nicht daran glaubt, dass das Dunkel das letzte Wort hat. Und sich immer wieder Hoffnung und Mut zuspricht. Unsere Welt ist so verwundbar. Aber mit unserer Stimme schaffen wir Neues und werden so Schöpfungspartner und -partnerinnen Gottes.

Wenn Gott alles neu macht, dann heißt das also nicht: Wir warten ab. Aber es heißt auch nicht: Jetzt liegt alles an uns. Es heißt: Gott nimmt uns hinein in das, was sie selbst begonnen hat. Schon am Anfang der Bibel, in der Schöpfungsgeschichte, vertraut Gott den Menschen etwas an: die Erde zu bebauen und zu bewahren. Nicht als Überforderung. Sondern als Teilhabe. Und genau so ist es auch hier. Gott macht neu und sie macht das nicht ohne Menschen. Darum ist das, was wir als Gemeinde tun, gestalten, entscheiden und tragen, nicht nebensächlich. Es ist Teil dieses großen Weges Gottes mit ihrer Welt.

Dass am 18. Januar in Martha und Tabor ein neuer Gemeindekirchenrat eingeführt wurde, ist nicht nur ein formeller Akt. Es ist ein Zeichen des Vertrauens. Ein Zeichen dafür, dass Gott Menschen zutraut, Verantwortung zu übernehmen mit ihren Begabungen, mit ihren Fragen und mit ihrer Begrenztheit. Nicht aus eigener Kraft. Sondern im Vertrauen darauf, dass Gott selbst mitgeht in dem, was neu werden soll.

Und in genau diesem Vertrauen feiern wir jede Woche neu unsere Gottesdienste. In der Liturgie leben wir aus der Verheißung Gottes noch bevor sie vollendet ist. Wir beten und singen gegen das, was uns täglich an Dunkelheit begegnet. Gegen das, was uns mutlos machen will. Wir glauben nicht nur dem, was wir sehen. Im Gottesdienst leben wir einen Augenblick lang so, als wäre Gottes neue Welt schon mitten unter uns. Weil wir an Gottes Verheißung glauben. Oder glauben möchten.

Es wäre schön, wenn dieses Vertrauen uns auch an allen anderen Tagen in der Woche tragen und in diesem Jahr begleiten würde. Und wir uns immer wieder beschenken lassen würden von dem, was neu werden möchte.

Rens Dijkman-Kuhn

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Sophia – Die vergessene Göttliche


Gottesdienst und Predigt am 11. Mai 2025, gestaltet von Els van Vemde

Begrüßung: Im Zeichen der Weisheit

Liebe Menschen, mit diesen Worten aus dem Buch der Sprichwörter – auch Sprüche Salomons genannt – möchte ich Sie und euch herzlich begrüßen.


Heute soll es um Weisheit gehen. Die Weisheit die wir in diesen Zeiten so sehr vermissen. Es gibt zwar viele weise Menschen, aber ihre Stimmen haben – abgesehen von den Wirtschaftsweisen – wenig Gewicht. Nicht mal der Weckruf vom weisen Papst Franziskus – immerhin das Oberhaupt einer Weltkirche – wurde erhört. Möge seine Stimme in der Zukunft weiter wirken. Und möge der neue Papst Leo der XIV auch neue weise Worte finden.


Achtzig Jahre nach dem Ende eines schrecklichen Weltkrieges gibt es heute mehr Kriege in der Welt als je zuvor. Am vergangenen Donnerstag, am 8. Mai, wurden zu diesem Anlass in Martha die Glocken geläutet und die Friedenskerze angezündet. Wir gedenken auch heute.

Und besonders denken wir an eine Frau, die Margot Friedländer, die den Holocaust überlebte und jetzt mit 103 Jahren gestorben ist. Und wir vergessen nicht ihre Worte: „Seid Mensch!“

Ich werde jetzt die Friedenskerze anzünden und bitte um einen Augenblick der Stille.

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Mutig – stark – beherzt: Für eine Welt ohne Krieg

Mutig – stark – beherzt: Für eine Welt ohne Krieg

Impressionen vom ökumenischen Friedenszentrum in Hannover, 1.-3. Mai 2025

von Monika Matthias

Es war wie ein Ankommen an der Quelle lebendigen Wassers.


Sehr durstig war ich. Die beständige Militarisierung unserer Gesellschaft setzt mir zu.
Unsere Kirchen erlebe ich diesbezüglich als nahezu sprachlos. Papst Franziskus, der Krieg und Aufrüstung als eine Niederlage der Menschheit beklagte, der um Friedensbemühungen bat, sanft und dringlich, auch mit der beseelten Schöpfung, er ist nicht mehr sichtbar unter uns.
Und dann höre ich von dem ökumenischen Friedenszentrum parallel zum Kirchentag. Eine bundesweite Initiative „Christlicher Friedensruf Hannover 2025“ hat es auf den Weg gebracht. Zahlreiche Friedensinitiativen sind Kooperationspartner*innen, beispielsweise pax christi, peace4future, Arbeitergeschwister, DFG-VK, Internationaler Versöhnungsbund, IPPNW, Netzwerk Friedenssteuer, Sicherheit neu denken, church and peace…. Schirmherrin ist Dr. Margot Käßmann. Sein Ziel ist, so lese ich, eine mutige, starke, beherzte theologische Stimme gegen die Militarisierung der Politik und unserer Gesellschaft hörbar zu machen und einen christlichen Friedensruf ins Gespräch zu bringen. Friedensfähig statt kriegstüchtig.
Da will ich hin. Kurzentschlossen mache ich mich auf den Weg nach Hannover.

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Wer macht den Abwasch …?!

Wer macht den Abwasch …?!

von Rens Dijkman-Kuhn | Predigt zur Einführung als Pfarrerin der Gemeinde Martha am 20. Oktober 2024

Zwei ungleiche Schwestern unter einem Dach

Lukas 10, 38–42

Es wohnen in einem Haus zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da gibt es die ältere Schwester. Martha. Sie ist tatkräftig, betriebsam und emsig. Fürsorgend. Geradezu immer beschäftigt, ihr Haus in Ordnung zu halten und eine gute Gastgeberin zu sein. Und es gibt die jüngere Schwester. Maria. Sie ist eher zurückhaltend, ruhig und in sich gekehrt. Nachdenklich. Heute würde man sagen, sie ist eine, die die Arbeit nicht unbedingt erfunden hat. Und so gibt es im Haus der beiden Schwestern natürlich Spannungen. So wie es auch in unseren Häusern und in unseren Familien sicherlich Spannungen gibt. Wenn die Persönlichkeiten so unterschiedlich sind, dass sie einander im Weg zu sein scheinen.

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Predigt zum Holocaust-Gedenktag 2022

Gehalten von Els van Vemde, 30. Januar 2022

Begrüßung

„Gott sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne sein Leid.“

Mit diesen Worten aus dem 2. Buch Mose möchte ich Sie und euch ganz herzlich zu diesem Gottesdienst begrüssen.
Es ist der letzte Sonntag in der Epiphanias Zeit.
Normalerweise würde die „Verklärung Jesu“ zentral stehen, aber gleichzeitig gab es in den vergangenen Tagen zwei so gewichtige Holocaust-Gedenktage – nämlich der 20. Januar (80 Jahre Wannsee Konferenz) und der 27. Januar (die Befreiung von Auschwitz) – das ich diese nicht übergehen möchte.
In den vergangenen 12 Monaten sind drei Holocaust-Überlebende in sehr hohem Alter gestorben und eine andere wurde 100 Jahre alt.
Ich möchte in diesem Gottesdienst an diese 4 Frauen erinnern, an Trude Simonsohn, Erna de Vries, Esther Bejarano und Margot Friedländer.
Die heutige Lesung aus dem alten Testament handelt von einem brennenden Dornbusch, von der Offenbarung Gottes und der Berufung Mose.
Weil wir auf die Kürze des Gottesdienst achten sollen, habe ich von den vorgeschlagenen Texten, nur diesen ausgewählt.

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